Schreibtisch mit Dokumenten, Rucksack und Kartons
3

Schritt 3: Job und Wohnung

Wenn die Route steht und das Geld gespart ist, geht es an den schwierigen Teil: Deine Zelte in Deutschland abzubrechen. Das ist der Moment, in dem die Reise endgültig real wird. Du musst entscheiden, ob du alles kündigst oder dir eine Rückkehroption offenlässt.

Was passiert mit deinem Job?

Es gibt drei klassische Wege, wie du das Thema Arbeit für eine Weltreise lösen kannst:

  1. Sabbatical oder unbezahlter Urlaub: Das ist die sicherste Variante. Du sprichst mit deinem Arbeitgeber über eine Auszeit und hast nach der Rückkehr deinen alten Job sicher. Oft wird das Gehalt vorab angespart und während der Reise anteilig ausgezahlt, damit du sozialversichert bleibst.
  2. Kündigung: Wenn du sowieso unzufrieden bist oder absolute Freiheit willst, ist die Kündigung der Weg. Beachte dabei die Kündigungsfrist in deinem Vertrag (meistens drei Monate zum Quartalsende oder Monatsende).
  3. Remote arbeiten: Wenn dein Job es zulässt, kannst du als digitaler Nomade reisen. Das erfordert aber viel Disziplin und eine gute Internetverbindung vor Ort.

Wichtig beim Kündigen: Wenn du selbst kündigst, bekommst du beim Arbeitsamt normalerweise eine Sperre von drei Monaten für das Arbeitslosengeld. Melde dich trotzdem rechtzeitig arbeitssuchend, um deine Ansprüche für später zu sichern.

Die Wohnung: Kündigen oder Untervermieten?

Deine Wohnung ist meistens der größte Kostenpunkt. Hier hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Wohnung kündigen: Das spart am meisten Geld und du bist komplett frei. Du musst allerdings deine Möbel irgendwo unterbringen (Keller bei den Eltern, Self-Storage oder alles verkaufen).
  2. Untervermieten (Zwischenmiete): Wenn du nach der Reise zurück in deine Wohnung willst, kannst du sie untervermieten. Du brauchst dafür unbedingt die schriftliche Erlaubnis deines Vermieters. Über Portale wie WG-Gesucht findest du meistens schnell jemanden.

Den Hausstand verkleinern

Eine Weltreise ist die perfekte Chance, um auszumisten. Alles, was du im letzten Jahr nicht benutzt hast, brauchst du wahrscheinlich auch in Zukunft nicht.

  • Verkaufen: Nutze Plattformen wie eBay Kleinanzeigen, Vinted oder lokale Flohmärkte. Das Geld fließt direkt in deine Reisekasse.
  • Verschenken oder Spenden: Kleiderkammern oder soziale Kaufhäuser freuen sich über gut erhaltene Sachen.
  • Einlagern: Behalte nur das, was wirklich einen emotionalen Wert hat oder sehr teuer in der Neuanschaffung wäre. Ein paar Umzugskartons bei Freunden oder den Eltern unterzustellen ist meistens kein Problem.

Post und Erreichbarkeit

Auch wenn du weg bist, kommt in Deutschland weiter Post an. Du hast zwei Optionen, damit nichts Wichtiges liegen bleibt:

Option
Eltern oder FreundeDu änderst deine Adresse bei Banken und Versicherungen auf die Adresse einer Vertrauensperson. Sie öffnet deine Post und gibt dir Bescheid, wenn etwas Wichtiges dabei ist.
Digitaler ScanserviceEs gibt Anbieter wie Caya oder Dropscan. Deine Post wird dorthin umgeleitet, digitalisiert und dir als PDF per E-Mail geschickt. Das kostet eine monatliche Gebühr, macht dich aber unabhängig.

Vergiss nicht, auch deinen Rundfunkbeitrag (GEZ) abzumelden oder auf "ruhend" zu stellen, wenn du deine Wohnung komplett aufgibst.